„Rote Schuhe“ – die Anwesenheit der Abwesenden 

 

– 25. November –

Heute, am internationalen Tag gegen patriarchale Gewalt, möchten wir allen FLINTA*-Betroffenen von patriarchaler Gewalt gedenken. Mit der Aktion „Rote Schuhe“ wollen wir die Ausmaße der Gewalt gegen FLINTA*-Personen sichtbar machen. 

Schuhe als Symbol der Anwesenheit der Abwesenden

Schuhe gehören zu den überzeitlichen Symbolen, die für etwas persönliches, etwas privates, etwas, was uns auszeichnet und charakterisiert, stehen. Sie sind eine der materiellen Sachen, die von  Menschen überbleiben und an sie erinnern. In diesem Zusammenhang repräsentieren Schuhe die Lebensgeschichte einer Person und sind oftmals Zeugen von Leid, Unterdrückung, Verfolgung und Tod.
Ein einsamer Schuh am Straßenrand, im Wald oder im Park bleibt oftmals die einzige Spur, die auf ein Verbrechen hindeutet. Auf Menschen die spurlos verschwunden sind. Sie stehen für die Anwesenheit der Abwesenden.

Jedes Paar Schuhe repräsentiert eine ermordete FLINTA*-Person. Sie sollen an alle ermordeten FLINTA*-Person erinnern, die patriarchalen Gesellschaftsstrukturen zum Opfer gefallen sind. 

Diese Aktion ist eine Fortsetzung der Aktion „Zapatos Rojos“ (rote Schuhe), die von der mexikanischen Künstlerin Elina Chauvet 2009 in Ciudad Juarez initiiert wurde. Chauvet stellte mehrere Paare roter Frauenschuhe an zentralen Orten auf, um auf die Zahl der spurlos verschwundenen Frauen und Mädchen in der Stadt aufmerksam zu machen. In Mexiko, sowie auch in vielen anderen Teilen der Welt, verschwinden jährlich hunderte von Frauen und Mädchen. Viele davon werden ermordet.
Jedoch bleiben die meisten Fälle ungeklärt oder werden nicht verfolgt, aufgrund von Desinteresse und Untätigkeiten der Behörden.
sowie Angst vor Repression und Gewalt seitens der Behörden und dem Militär.

Aber die Gewalt gegen FLINTA*-Personen kennt keine Grenzen, Nationalitäten, Religionen oder Gesellschaftsschichten und ist allgegenwärtig.
Femizide geschehen auch hier in Deutschland, wo allein in diesem Jahr, laut Polizeistatistiken 116 FLINTA
*-Personen gewaltsam ermordet wurden.

Aus diesem Grund nehmen wir den heutigen internationalen Tag gegen patriarchale Gewalt zum Anlass für die Aktion und möchten gemeinsam mit euch erinnern und aufmerksam auf die FLINTA*-Personen machen, die wegen struktureller Unterdrückung, Demütigung und Gewalt, nicht mehr mit uns stehen und den Kampf führen können. 


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